The Fuck Hornisschen Orchestra - "Vom Fohlen und Wäldern"

Von ralfing
Sonntag, 29. November 2009
CD-Cover von The Fuck Hornisschen Orchestra

Als Julius Fischer, der "dicke Junge aus der Zone", beschloss eine Band zu gründen, wollte er einen eindringlichen, einen provokanten, einen aufrüttelnden Namen: „THE FUCK“ sollte es fortan von seinem T-Shirt prangen. Offensichtlich komplizierter wurde die Geschichte als er seinem Kompagnon, dem zarter besaiteten Christian Meyer, Mitspracherecht gewährte.

Meyer, der Alexander Marcus Typ der Slam Szene, dessen musikalischen Wurzeln sich in Tanz- und Singveranstaltungen zur Befreiung von Geist und Seele erahnen lassen, bevorzugte den Namen HORNISSCHEN. Das ORCHESTRA steht laut Ihrer Website für Pompösität und Pathos.

Und Pompös sind sie wirklich. Findet man das Hornissen-Orchester auf einem Veranstaltungs-Line-Up sind anschließende Heiserkeit, rotgeklatschte Handinnenflächen und ekstatischer Gemütszustand garantiert. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an ihre neue CD.

„Vom Fohlen und Wäldern“ heißt der im roten Sternchencover verpackte Live-Mitschnitt - das sieht schick aus und passt farblich unter jeden Weihnachtsbaum. Elf Songs und ein „Rapp“ mit einer Gesamtspielzeit von knapp 60 Minuten wurden im Sommer dieses Jahres in Dresden aufgenommen, darunter die Ohrwürmer „Wir weinen am liebsten im Sitzen“ und „W-A-L-D“.

Sucht man einen Sinn in ihren Texten könnte man behaupten, Fischer und Meyer kritisieren auf charmante, witzige Art und Weise den unbändigen Fortschritt und plädieren für die Rückbesinnung auf die Natur. Aber dieses vermeintlichen Sinns bedarf es gar nicht. In erster Linie geht es bei „Vom Fohlen und Wäldern“ um zwei Jungs, die unheimlich viel Spaß daran haben auf der Bühne Quatsch zu machen und sich darüber freuen, dass andere ihren Humor teilen.

Wer das Fuck Hornisschen Orchestra kennt, für den ist die CD eine schöne Erinnerung an vergangene Konzerte. Wer sie vorher nicht live gesehen hat, wird mit „Vom Fohlen und Wäldern“ vermutlich nicht so viel anfangen können. Zu viel geht verloren, wenn man die Beiden nicht vor Augen hat. Das geht so weit, dass an manchen Stellen auf der CD das Publikum schallend lacht und man als Zuhörer nicht die geringste Idee hat warum eigentlich – das frustriert. Mein Tipp, das nächste Mal eine Video-DVD, denn in der Bühnenshow liegen die wahren Stärken der Hornisschen.

The Fuck Hornisschen Orchestra - Lottototokiosk

(Hörprobe)

The Fuck Hornisschen Orchestra - Wir weinen am liebsten im Sitzen

(Hörprobe)

The Fuck Hornisschen Orchestra - Sommerparty

(Hörprobe)

Die CD „Vom Fohlen und Wäldern“ ist Ende August beim Sprechstation Verlag erschienen und kann auf dessen Website für 12,90 Euro bestellt werden.