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Releases: Till Reiners - Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

Releases: Till Reiners - Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

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Till Reiners, Foto: Mathias BeckerTill Reiners, Foto: Mathias Becker

Till Reiners hat sich in "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" mit besorgten Bürgern auseinandergesetzt und dabei versucht, den Meinungen auf den Grund zu kommen. Arno Wilhelm hat das Buch für euch gelesen.

Till Reiners war als Poetry Slammer sehr erfolgreich, unter anderem stand er im Finale der deutschsprachigen Meisterschaften und war zweimal Berliner Stadtmeister. Mittlerweile ist er ebenso erfolgreich als politischer Kabarettist unterwegs, trat beispielsweise auch schon in der "Anstalt" auf. Er veröffentlicht regelmäßig seinen Video-Blog "frischer gepresst" und moderiert eine Sendung bei Radio Fritz.

In seinem Buch "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" begibt er sich auf die Suche nach besorgten Bürgern. Spannend ist dabei nicht nur sein Vorgehen, sondern auch, dass er konsequent versucht, nicht nur deren Meinungen und Aussagen zu hinterfragen, sondern ebenso seine eigenen. Ein Perspektivwechsel, der faszinierend zu verfolgen ist. Er beschreibt seine eigene Sozialisation, und die damit verbundene Selbstverständlichkeit, eine 'linke' Meinung zu vertreten. Von dieser Reflexion aus beginnt er, sich zunächst die Pegida-Ableger in Berlin und Leipzig, dann auch das Original in Dresden anzuschauen. Er verfolgt die Reden und Publikumsreaktionen. Dabei geht er mit seinen Gedanken dazu sehr selbstkritisch um und versucht, die Thesen zu verstehen, die Argumentation nachzuvollziehen. Reiners beschreibt, was er erlebt und es ist spannend, seine Blicke auf die Bühne der Demonstrationen und die Menschen davor zu verfolgen. Er besucht eine Informationsveranstaltung zu einer geplanten Flüchtlingsunterkunft, trifft sich später mit Bürgern, die tatsächlich besorgt, aber nicht politisch aktiv sind, und spricht mit ihnen über ihre Ängste und Erlebnisse. Diese Personen sind faszinierend unterschiedlich. Einer von ihnen ist bereit, sich und seine Positionen kritisch zu hinterfragen, mit einer anderen wird der Ton deutlich ernster. Es entsteht der Eindruck, dass die Ängste der Bürger etwas sehr abstraktes sind, häufig ohne konkrete Grundlage.
Reiners fährt auf einen Parteitag der AfD, trifft die junge Alternative und später auch mit mehreren Wissenschaftlern, die sich mit den Phänomenen rund um diese Partei und Pegida beschäftigen. Immer wieder hinterfragt er Zahlen, die in den Raum geworfen werden, und seine eigene Position, fragt, was die Leute antreibt. Reiners fährt auch nach Tröglitz und spricht dort mit Leuten verschiedener Prägung und bekommt ganz unterschiedliche Wahrheiten präsentiert.

Am Ende des Buches zieht Reiners für sich Schlüsse aus dem was er erlebt hat, die ebenso offen und nachvollziehbar, wie spannend zu lesen sind. Das Buch ist zweifellos für jeden interessant, der sich mehr mit besorgten Bürgern und seinen eigenen Vorstellungen zu diesem Thema befassen möchte.

"Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" ist im Rowohlt Verlag als Taschenbuch zum Preis von 9,99 € erschienen und sowohl direkt beim Verlag oder auch bei Amazon zu erwerben.

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