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"Liebling, ich bin so müde"

, Schlagworte: #DICHT.IT Slam, Jacinta, Jan Koch

Mit diesen Worten beginnt der Refrain des Liedes „Wieso Berlin?“ von Jan Koch, dem Featured Artist des dicht.it Slams vom 25. April. Besagten Song hatte ich erstmalig gehört, nachdem ich bei den Berliner Stadtmeisterschaften Ende letzten Jahres auf Jan aufmerksam geworden war und anschließend im Internet recherchiert hatte. Da mir das Lied gut gefiel und Jan von seinem Auftritt im Dezember nicht unsympathisch erschien, freute ich mich besonders über die Gelegenheit, beim dicht.it Slam im Laika mehr von ihm hören zu können.

Ich betrat das Laika am milden Samstagabend gegen 20 Uhr und es waren, neben den Organisatoren und einigen Slammern, erst wenige Besucher in der Neuköllner Kneipe zugegen. Als der Slam gegen 21 Uhr von der Moderatorin Sarah Brockhausen eröffnet wurde, hatten sich im Veranstaltungsraum an die 40 Personen versammelt, unter denen sich auch die 9 Teilnehmer des Wettbewerbs befanden. Vermutlich sorgte das angenehme Wetter in Verbindung mit der langen Nacht der Opern und Theater dafür, dass der Salon nicht wie bei den letzten Slams aus allen Nähten platzte.

Nachdem die Gäste begrüßt waren, übergab Sarah die Bühne an den „besten Liedermacher Deutschlands“ und Featured Artist des Abends, Jan Koch. Dieser stimmte das Publikum mit Liedern und Texten ein, die ich mit Hilfe des Zitats eines schön und treffend formulierten Flyertexts beschreiben möchte, mit dem für Jans Soloauftritt geworben wird:

Mit einer schönen Gitarre, einer echten Stimme und leisem, unaufdringlichem Humor ausgestattet, füllt er die Bühne einfach aus. Hingabe und Bedacht sind der Stoff, aus dem diese Lieder und gerne auch mal Gedichte gemacht sind, und mit Hingabe und Bedacht werden sie auch vorgetragen. Es fehlt nicht an Komik und Ironie, aber sie machen bisweilen Pause. Die Stücke sind allesamt verwegen und verschlagen und siedeln in sicherer Distanz zum Belanglosen. Hier wird erst dann gesungen oder gesprochen, wenn es tatsächlich etwas zu sagen gibt, und die Musik ist in ihrer Vielseitigkeit und in ihrem Ausdruck mehr als nur ein Vehikel für die Texte.

Nachdem Jan den ersten Teil seines Programms absolviert hatte, folgten die beiden Vorrunden des Wettbewerbs, in denen sich Jacinta mit ihrem Text „Vorurteile“ und Erik mit den Texten „Erinnerungsmusik“ und „Boah“ jeweils den Rundensieg sichern konnten. Nach einer kleinen Pause spielte Jan Koch den zweiten Teil seines Programms. Mit seiner gut getarnten Liebeserklärung „Wieso Berlin?“ begeisterte er das Publikum dermaßen, das ihn selbiges nicht ohne Zugabe von der Bühne entließ.

In sehr angenehmer Atmosphäre fand anschließend das Finale statt, in welchem sich Jacinta gegen Erik durchsetzte und damit den Slam für sich entschied. Auch wenn die eigentlichen Wettbewerbsbeiträge unterhaltsam und kurzweilig waren, stand der Abend aus meiner Sicht im Zeichen des angenehmen und absolut hörenswerten Featured Artist. Darum möchte ich jedem neugierig gewordenen Leser Jans Soloabend am 12. Mai im Mehringhoftheater empfehlen, den auch ich mir nicht entgehen lassen werde.


(Teaserfoto: Hendrik Schneller)

 

Wieso Berlin?

Jan Koch stellt musikalisch die Frage "Wieso Berlin?" als Featured Artist des #Dicht.it Slam am 25. April 2009.

Zahlender Gast

Jan Koch singt sein Lied "Zahlender Gast" als Featured Artist des #Dicht.it Slam am 25. April 2009.

Vorurteile

Jacinta spricht über "Vorurteile" in der Vorrunde des #Dicht.it Slam am 25. April 2009.

Bild von ralfingBild von ralfing

Für meinen Geschmack bisschen lang ...

Nach der Lobhuddelei durch Slammin-Poetry habe ich mich auch gerade durch das Koch'sche Werk gehört. Klasse Texte aber für mein Empfinden viiieel zu lang. Aber ich guck auch MTV und Viva und alles was über Clip-Format hinausgeht wird anstrengend - zumindestens am Rechner. Live sieht das bestimmt ganz anders aus.

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