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Die Berliner Poetry Slam Stadtmeisterschaften

, Schlagworte: Bas Böttcher, Berliner Stadtmeisterschaften, Gauner, Peh, poetry slam
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Am 28.12.2008 fand in der Volksbühne die Berliner Stadtmeisterschaft im Poetry Slam statt. Schon früh hatte ich mir Karten gesichert, um mir die ungewohnt hohe Dichte Berliner Slam Prominenz nicht entgehen zu lassen. Bereits im Eingangsbereich der Volksbühne wurde klar, dass die frühzeitige Kartenbeschaffung keine schlechte Idee gewesen war: Für die restlichen 50 noch erhältlichen Karten schlängelte sich eine lange Warteschlange vor der Abendkasse und als der letzte Sitzplatz vergeben war, mussten an die 200 Interessierte unverrichteter Dinge von Dannen ziehen.

Das aus dem Kreuzberg Slam bekannte Duo Mark-Uwe Kling und Kolja Reichert moderierte die Veranstaltung und führte das gutgelaunte Publikum durch den Abend. Nachdem die ersten 5 von insgesamt 15 Slammern für Runde 1 ausgelost wurden, stimmte der kürzlich in Zürich gekürte, diesjährige Champion des deutsprachigen Poetry Slam, Sebastian23, das Publikum mit 2 Texten auf die kommenden Darbietungen ein.

Die erste Runde konnte dann Gauner mit einem sehr persönlichen Text über seine Vergangenheit für sich entscheiden und setzt sich so gegen Tilman Birr, Maik Martschinkowski, Wolf Hogekamp und Felix Römer durch.

In Runde 2 sicherte sich Bas Boetcher mit einem Potpourri aus seinen aktuellen Texten die Gunst des Publikums und verwies Xóchil, Paul Hofmann, Sebastian Lehmann und Julian Heun auf die Plätze. Anschließend ging es in die Pause.

Bevor der Wettbewerb mit Runde 3 fortgesetzt wurde, beglückten die in Zürich gekürten Champions in der Teamwertung, Micha Ebeling und Volker Strübing, alias Team „LSD“, das Publikum mit ihrem „einzigen, halbwegs erfolgreichen Text“ (Zitat).

Runde 3 gewann Peh mit ihrem von Brecht inspiriertem Text „Glotzt nicht so romantisch!“, nach Stechen vor Frank Klötgen und Sebastian Krämer, sowie Jan Koch und Victoria Louise Seyfried.

Gauner im Finale der StadtmeisterschaftIm anschließenden Finale versuchte sich Gauner auf Basis eines aus dem Publikum zugerufenen Wortes an einem Freestyle Rap und konnte damit das Publikum und den Finalsieg gewinnen. Damit wird er Berlin bei den deutschen Stadtmeisterschaften im Poetry Slam repräsentieren.

Auch wenn die Finalauftritte der beiden anderen Poeten nicht so intensiv wirkten, wie ihre Darbietungen aus der Vorrunde, empfand ich die Wertung des Publikums als nicht sehr befriedigend. Da sich Gauner in der Vergangenheit als Hip Hop Musiker betätigte und dort naturgemäß mit Freestyle zu tun hatte, verschaffte er sich gegenüber seinen Mitfinalisten einen nicht ganz fairen Vorteil. Immerhin handelte es sich beim Wettbewerb nicht um einen Rap Contest, sondern um einen Poetry Slam.

Nach der Kür des Siegers wurde das Publikum mit je einer Darbietung des Teams Argar Berlin und Lesedüne in die Nacht entlassen. Wer wollte, konnte sich im angrenzenden Roten Salon zur Aftershow Party einfinden um mit dem ein oder anderen aufgetretenen Poeten ein Wörtchen zu wechseln oder das Tanzbein zu schwingen.

Trotz der Finalentscheidung empfand ich den Besuch der Berliner Poetry Slam Stadtmeisterschaften als einen sehr gelungener Abend. Die Auftritte waren fast durchweg hochwertig und sehr unterhaltsam und ich freue mich auf die nächste Meisterschaft in diesem Jahr.

Markanter Satz des Abends:
Pupertät ist eine Krankheit, die leider zu Viele überleben.“ (Xóchil A. Schütz)
 

Bilder des Abends:

Die Moderatoren Reichert & Kling führten durch den Abend Sebastian23 stimmt das Publikum auf die kommenden Auftritte ein Gauner gewinnt mit einem sehr persönlichen Text die erste Runde Bas Boettcher gewinnt Runde 2 mit einem Potpourri seiner Texte Volker Strübing und Micha Ebeling aka "LSD" leiten Runde 3 ein Peh gewinnt die dritte Runde mit Ihrem Text "Glotz nicht so romantisch"

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