Der #dicht.it Slam im Laika
Unter dem Namen „#dicht.it“ fand Anfang Oktober letzten Jahres in Berlin ein Poetry Slam Festival mit Teilnehmern aus dem U20 Bereich statt. Wie in einem anderen Artikel beschrieben, musste ich dieser Veranstaltung aus Krankheitsgründen leider fernbleiben. Vor anderthalb Wochen, am 27. Februar, besuchte ich aber den von nun an monatlich stattfindenden dicht.it Slam im Salon der Neuköllner Kneipe Laika.
Im Gegensatz zum dicht.it Festival unterliegt die Teilnahme am Slam keiner Altersbeschränkung. Es kann also, wie bei den meisten Poetry Slams üblich, grundsätzlich erstmal jeder mitmachen. Die Besonderheit des dicht.it Slams besteht aber darin, dass sich alle Finalisten, die nicht älter als 20 Jahre sind, automatisch für das diesjährige Festival qualifizieren. Damit bildet der Slam einen zusätzlichen Anreiz für junge Poeten, während erfahrene Slammer jenseits der 20 nicht außen vor bleiben müssen.
Dem im Internet angegeben Starttermin folgend, betrat ich das Laika kurz vor 20 Uhr mit einem Kollegen. Der überschaubare und mit Sesseln, Sofas, Tischen und Stühlen eingerichtete Salon der Kneipe war mit vielleicht 15 bis 20 Gästen erst bis zur Hälfte gefüllt. Wir suchten uns eine Sitzgelegenheit und verbrachten die bis zum Beginn der Veranstaltung verbleibende Zeit bei Getränk und Gespräch. Gegen 20:30 Uhr wurde langsam deutlich, dass der stetige Strom von Zuschauern die Kapazitäten des gemütlich eingerichteten Raums bald sprengen würde. Es begannen ein paar spontane Umbaumaßnahmen, in deren Rahmen Tische gegen zusätzliche Sitzgelegenheiten getauscht wurden. Als der Slam um ca. 21 Uhr eröffnet wurde, waren auch sämtliche Stehplätze belegt und selbst der als Special Guest eingeladene Gauner wurde hinter das in einer Ecke geparkte Klavier verbannt.
Moderiert wurde der Dicht.it Slam von Sarah Brockhausen, die mit einem fast drolligen Auftreten sehr sympathisch durch den Abend führte. Bevor der erste Teilnehmer ans Mikrofon durfte, stimmte der amtierende Berliner Stadtmeister Gauner das Publikum mit seinen Texten „Die Filmverführerin“ und „Ich bin ein Kämpfer – wie die Fliege am Fenster“ auf den Wettbewerb ein.
In der nachfolgenden ersten Runde schlug Sina als erste Poetin nachdenkliche Töne an und sprach über ihre Generation. Sie teile sich den Vorrundensieg mit Maria, die das Publikum mit italienischem Akzent und einem Einblick in vergangene Männerbekanntschaften unterhielt. In Runde 2 gab es ebenfalls einen Doppelsieg, den sich Peh mit „Kennst du das auch?“ und Viktor Hoffmann teilten. Eigentlich als Liedermacher unterwegs, versuchte sich Viktor erfolgreich an einer Slamversion seines Lieds „Woher kommen Sie?“.
Nach den mit jeweils 5 Poeten gut bestückten Vorrunden, leiteten Gauner und sein „Besuch von gestern“ das Finale ein. Als erste Poetin musste wieder Sina ans Mikro und präsentierte ihren Text „Irgendwo, Anderswo“. Ihr folgte Maria mit einem zur Geschichte umfunktionierten Witz, den sie mangels vorgebereiteten Texts spontan aus dem Hut zauberte und überraschend unterhaltsam präsentierte. Als dritte Finalteilnehmerin sprach Peh in gewohnt beeindruckender Performance von einem Treffen mit einer alten Schulkameradin. Den Abschluss machte Viktor mit der Darbietung seiner beiden Liedertexte „Die Liebe auf den ersten Klick“ und „Der verpasste Zug“. Bei der anschließenden Publikumsabstimmung wurden Peh und Viktor verdient zu den Siegern des dicht.it Slams gekürt.
Im Folgenden seht ihr je eine Version von Texten, die Gauner, Peh und Viktor auch im Laika dargeboten haben.
Besuch von gestern
Gauner mit seinem Text "Besuch von gestern".
Kennst du das auch?
Peh und ihr Text "Kennst du das auch?"
Woher kommen Sie?
Viktor Hoffmann fragt "Woher kommen Sie?" in der Vorrunde des Kreuzberg Slam am 3. März 2009.












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