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Berichte aus dem Hinterland

Das Wunder von Dingenskirchen

, Schlagworte: Berichte aus dem Hinterland, Sträter

Die 8. Fritz Nacht der Talente

"Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen." - Shakespeare.

Dieser Bericht erfolgt nicht sinnlos. Ausnahmsweise. Ich verspreche aber, in Kürze wieder sinnentleerte Protokolle zu liefern. Diesmal müssen wir mit ohne Sinn auskommen. (Dieser Satz war kein übler Anfang, finde ich.)

Berichte aus dem Hinterland

, Schlagworte: Berichte aus dem Hinterland, Sträter, Über den Tellerrand

Sträter in Berlin, Teil 2

Etwas wirsch von der Fritz Nacht der Talente taumelte ich dann durch Berlin. Was Ihr nicht alles habt: Second-Hand-Boutiquen, in denen ein Mantel von 1990 teurer ist als ein Neuer, und das mit der Begründung, er wäre alt. »Und was noch?«, fragte ich, die Arme verschränkt, die Augenbrauen 20 Zentimeter unterhalb der Neonröhre. »Und«, klärte der Verkäufer mich unwissenden Wicht auf, »er ist GETRAGEN.« Schlagende Logik. Das sah ich ein. Das mit den 75 Euro nicht so.

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Sträter in Berlin, Teil 1

Wenn man im Ruhrgebiet auf Slams geht, also als Performing-Artist-Poet Wasauchimmer, bleibt es überschaubar, zumindest meistens. Du kennst die Gesichter, lächelst in sie hinein, kippst in dein eigenes ein Bier und dann geht’s los. Das Verhältnis Slammer-Zuschauer beträgt meistens so eins zu zehn, manchmal wird es voller, man kennt das. Schöne Bühnen haben wir hier, Herrschaften. Besonders sexy: Die Heldenbar in Essen, Jules Papp in Krefeld, der legendäre Freibeuter zu Bochum oder mein geliebtes Subrosa im Dortmunder Hafen. Berlin ist ein anderes Kaliber. November 2009.

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Bochum, Freibeuter Slam, 06.09.2009

Ungeachtet dessen, dass Grönemeyer meint, »Bochum, ich komm aus dir - Bochum, ich häng an dir« würde sich reimen, ist Bochum vermutlich die Poetry Slam Hochburg im Ruhrgebiet. Das könnte daran liegen, dass Sebastian23 hier seine Wurzeln hat, die er, wie später noch aufs Tapet kommt, gerne mal als Plastik-Preis auslobt. Sebastian23 hat hier auch seine Wohnung, samt in den Freibeuter outgesourctem Wohnzimmer. Den »Freibeuter« kennen vermutlich selbst die meisten Berliner Helden. Baulich überschaubar, gibt sich dieses Lokal mit seinen Bildern von im Sturme taumelnden Fregatten recht grimmig, sodass man erwarten muss, der Service ticke ähnlich – Bier bestellen, Stahlhaken in die Fresse, aber weit gefehlt. Tatsächlich taugt der Freibeuter zum Universal-Wohnzimmer für jedermann, und die Herrschaften hinter dem Tresen sind extrem freundlich. Nur dass mans mal erwähnt hat.

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Herne, Sprechreiz-Slam, 22.06.2009

Hätte man den Planeten aus dem All betrachtet, an jenem Samstag, hätte das alles ziemlich aufgeräumt ausgesehen. Kontinente noch passend am Start, Weltmeere entsprechend sauber dazwischen sortiert, alles ganz dufte. Zoomte man aber näher heran, speziell in Richtung Barcelona – so, jetzt voll drauf -, stellte man fest: In Barcelona ist ja wohl el perro begraben. Der Bürger der Kulturhauptstadt lümmelt sich in Korbsesseln, trinkt Wasser und hat’s warm, aber von der totalen-Entertainment-Breitseite ist gerade die Rede nicht. Die haben in Barcelona dafür das Gaudi-Museum, und das rockt ja ganz prima. Unterm Strich jedoch: Samstag, Barcelona macht dicht, und so mancher flanierende Brite raunt was von »Dead Pants«. Geht man weiter links, kommt gleich nach zweieinhalbtausend Kilometern Herne, NRW. Und da gibt’s gerade ein sattes Programm, zumindest für die Leichentaucher des BKA, denn Herne steht pünktlich zum Sommeranfang knietief unter Wasser.

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